Grußwort von Herrn Generalkonsul Yanagi

Besuch des japanischen Botschafters in Deutschland, Takeshi Yagi, beim Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, am 5. Mai (von links: Botschafter Yagi, Ministerpräsident Kretschmann, Generalkonsul Yanagi, Staatsminister Murawski)

Sehr geehrte Damen und Herren, die Sie in Bayern oder Baden-Württemberg ansässig sind,
 
die mehr als drei Monate seit meinem letzten Grußwort Ende März sind wie im Flug vergangen, so dass wir jetzt bereits Mitte Juli haben. Ich selbst bin nun bereits mehr als drei Jahre in München und möchte Ihnen heute über meine Aktivitäten bis Ende Juni Bericht erstatten.
 

          1. Baden-Württemberg


Ich war Anfang Mai dabei, als der japanische Botschafter in Berlin, Herr Takeshi YAGI, Herrn Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann einen Besuch abstattete. Herr Ministerpräsident Kretschmann sprach über seine Erinnerungen an seinen Japanbesuch im Mai 2013. Darüber hinaus habe ich Ende April Herrn Martin Jäger, Staatssekretär im Innenministerium des Landes Baden-Württemberg, einen Höflichkeitsbesuch abgestattet. Bei beiden Gelegenheiten bedankte ich mich für die Kooperation und Unterstützung der Landesregierung in Bezug auf eine Gewährleistung der Sicherheit für die in Baden-Württemberg ansässigen Japanerinnen und Japaner und bat diesbezüglich um auch künftige Unterstützung.

Im Wirtschaftsbereich konnte ich Ende April Herrn Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr, den neuen Geschäftsführer von Baden-Württemberg International, besuchen, einer Organisation, die für eine Förderung der Handelsbeziehungen sowie Fragen des Standortmarketings und der Unternehmensansiedlung in Baden-Württemberg zuständig ist. Ende Juni stattete ich Frau Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut einen Besuch ab und bat Sie um einen Japanbesuch in naher Zukunft. Darüber hinaus habe ich Ende Mai die Firma METABO besucht, die letztes Jahr von Hitachi Koki Co., Ltd. übernommen wurde, und habe auf der Moulding Expo in Stuttgart (einer Fachmesse für Formen- und Modellbau) die Stände japanischer Aussteller besucht. Ferner habe ich im Juni Herrn Carl Trinkl, den Präsidenten der IHK Ostwürttemberg in Heidenheim nördlich von Ulm, besucht, sowie deren Hauptgeschäftsführerin Frau Michaela Eberle. Das Unternehmen Margarete Steiff GmbH mit seinen (welt-)bekannten Teddybären gehört in den Zuständigkeitsbereich dieser IHK.

Was den kulturellen Bereich betrifft, so habe ich am 07. Mai erstmals am Kodomonohi-Japanfest in Freiburg teilgenommen. Ferner war ich am 19. Mai in Ulm, wo ich ein Grußwort zur Eröffnung des 22. Deutsch-Japanischen JSPS-Alumni-Symposiums an der Universität Ulm zum Thema „Emerging Challenges in Women Health Care in a Changing World“ gehalten habe. Am 06. Juni stattete ich Herrn Udo Glatthaar, dem Oberbürgermeister der Stadt Mergentheim, einen Besuch ab. Bad Mergentheim unterhält eine Partnerschaft mit der japanischen Gemeinde Fuefuki in der Präfektur Yamanashi. Am 22. Juni war ich zu einem Besuch bei Herrn Ronald Grätz, dem Generalsekretär des Instituts für Auslandsbeziehungen, einer Bundeseinrichtung zur Förderung kulturellen Beziehungen zum Ausland, die ihren Hauptsitz in Stuttgart hat. Am 26. Juni habe ich dann noch Frau Dr. Regula Rapp, der Rektorin der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart einen Besuch abgestattet und mit ihr Möglichkeiten einer Kooperation mit japanischen Musikhochschulen diskutiert.


          2. Bayern

Auf politischer Ebene hatte ich Anfang Mai Gelegenheit, mich mit Herrn Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Peter Friedrich, ehemaliger Bundesminister des Innern sowie ehemaliger Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, auszutauschen. Ferner habe ich Frau Brigitte Merk-Erbe, der Oberbürgermeisterin der Stadt Bayreuth sowie den Regierungspräsidenten von Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Niederbayern einen Besuch abstatten können. Im Juni nahm ich ferner an der Eröffnung einer Veranstaltung des Cyber Defence Research Center (CODE) der Universität der Bundeswehr teil, an der auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen teilnahm.
 
Im Wirtschaftsbereich sprach ich am 11. Mai ein Grußwort zur Eröffnung des 4. Japan Wirtschaftstags in Rosenheim, der alle zwei Jahre stattfindet und an dem diesmal auch eine Delegation aus Rosenheims japanischer Partnerstadt Ichikawa unter Leitung von Herrn Oberbürgermeister Okubo teilnahm. Am 03. Juni nahm ich den Besuch der bayerischen Staatsministerin für Wirtschaft, Ilse Aigner, am Standort der Advantest Europe GmbH in Amerang (der Ort liegt mehr als eine Stunde östlich von München) zum Anlass, diesem Unternehmen ebenfalls einen Besuch abzustatten. Im Juni fand Anfang des Monats auf dem Gelände der Messe München die IFAT, eine Leitmesse für Abwasser-, Abfall- und Recycling-Technologie statt, sowie Ende des Monats die Messe „Laser World of Photonics“. Auf beiden Messen hatte ich die Gelegenheit, die Stände zahlreicher japanischer Aussteller zu besuchen. Die Vertretung der Messe München in Japan hatte für beide Messen dankenswerterweise einen Japan-Pavillon organisiert, was eine Messeteilnahme zahlreicher kleinerer und mittelständischer Unternehmen aus Japan sehr vereinfachte. Auf der Messe „Laser World of Photonics“ konnte ich darüber hinaus Stände von japanischen Unternehmen aus der Region Hamamatsu besuchen, die im Rahmen des von der JETRO durchgeführten „Regional Industry Tie-Up (RIT) Program“ Kooperationen mit Unternehmen aus den Regionen Berlin-Brandenburg und Jena eingegangen sind. Mitte Juni war ich dann auf der Nürnberger Messe „MT-Connect“, einer Fachmesse für Medizintechnik. An einem Stand, der mit Unterstützung des Nürnberger Clusters Forum MedTech Pharma zustande kam, zu dem die Stadt Saitama enge Beziehungen unterhält, konnte ich dort mit Vertretern von Unternehmen aus Saitama sprechen.
 
Im kulturellen Bereich habe ich nach dem plötzlichen Tod der Direktorin des Museums Fünf Kontinente - gemeinsam mit dem Stellvertretenden Direktor des Museums, Herrn Dr. Bruno Richtsfeld - in Hinblick auf die angedachte Realisierung einer Siebold-Dauerausstellung in dem Museum noch einmal Herrn Bernd Sibler (Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst) aufgesucht und ihn um Unterstützung der bayerischen Staatsregierung für eine möglichst baldige Realisierung einer solchen Ausstellung gebeten. Ferner habe ich Herrn Prof. Dieter Rehm, dem Präsidenten der Akademie der Bildenden Künste München, einen Besuch abgestattet, der mir erläuterte, dass die Akademie eine Kooperation mit einer Hochschule auf Okinawa pflegt.
 
Am 14. Mai habe ich am Japanischen Frühlingsfest im Botanischen Garten in Augsburg teilgenommen, welches dieses Jahr bereits zum 12. Mal stattfand. Es war bereits das vierte Mal, dass ich dort ein Grußwort zur Eröffnung hielt. Ein weiteres Grußwort hielt ich Ende Mai anlässlich des Konzertes von Frau Fuyuki ENOKIDO, einer Koto-Spielerin, die als Kulturgesandte der Japanischen Agency for Cultural Affairs Koto-Konzerte im Ausland gibt.
 
Im Zusammenhang vor Ort ansässigen japanischen Staatsbürgern, habe ich am 03. Juni ein Grußwort anlässlich des Sportfestes an der Japanischen Internationalen Schule in München gehalten. Sportfeste an japanischen Schulen können, denke ich, als Besonderheit der japanischen Kultur gelten. Sie beginnen immer mit Gymnastikübungen, wie sie seit Jahrzehnten in der Gymnastiksendung „Rajio Taiso“ im Radio vermittelt werden, eine Sendung die in Japan jeder kennt. Bei den anschließenden Wettkampfspielen mit zwei Mannschaften gibt es aus irgendeinem Grund immer eine Mannschaft in weißem und eine zweite in rotem Sportdress. Und bei der Abtretung bzw. Überreichung der Siegesfahne und zu anderen Gelegenheiten werden immer ganz bestimmte, festgelegte Standardmelodien abgespielt. Anders als auf Sportfesten an deutschen Schulen gibt es auf solchen Veranstaltungen in Japan immer auch zahlreiche Teamwettbewerbe mit spielerischen Elementen, z.B. Wettbewerbe, wo darauf gewettet wird, welches Team einen Riesenball als erstes über eine Ziellinie bringt o.ä. Am Ende steht als Höhepunkt der Veranstaltung immer ein Staffellauf auf dem Programm. Obwohl ich aufgrund anderer dienstlicher Verpflichtungen erst ab dem Nachmittag anwesend sein konnte, hatte ich doch das Gefühl, einen Blick sowohl auf einen Teil einer bereits vergangenen japanischen kulturellen Epoche als auch auf einen Teil der japanischen Kultur der Gegenwart erhascht zu haben. Insgesamt war ich bereits 35 Jahre meines Lebens als Diplomat tätig, davon 11 Jahre in Deutschland. Am 12. Juni hielt ich in diesem Zusammenhang im Japan Club München einen Vortrag zu den Erfahrungen, die ich während dieser 11 Jahre sammeln konnte.
 
Ich darf Ihnen allen eine schöne Sommerzeit wünschen.

 

 

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